Vorbereitung auf den Wiener Hundeführschein

In meinem Junghundekurs werde ich oft auf den Wiener Hundeführschein angesprochen und helfe bei der entsprechenden Vorbereitung. Mit ein paar einfachen Tipps kannst auch du dir ein Jahr Hundesteuer sparen und eine gratis Box mit Leckerchen für deinen Hund von der Stadt Wien bekommen. Wie verrate ich dir hier.

Die Erhöhung der Hundesteuer in Wien erboste so machen Hundehalter – mit der Absolvierung des freiwilligen Wiener Hundeführscheins bietet sich jedoch eine Möglichkeit, die 72 Euro zumindest für ein Jahr zu sparen. Die Prüfung besteht aus einem theoretischen und einem praktischen Teil. Der theoretische Teil prüft das Wissen über Hundehaltung, Hundeausbildung, Verhalten, Gesundheit und gesetzliche Verpflichtungen. Im praktischen Teil sollen Alltagssituationen gemeinsam mit dem Hund tiergerecht, gesetzeskonform und stressfrei bewältigt werden.

Vorbereitung auf den theoretischen Teil

Die theoretische Prüfung besteht aus einem schriftlichen Test, in dem jede Frage mit einer von mehreren Möglichkeiten durch Ankreuzen richtig zu beantworten ist. Diese Fragen werden aus einem Kontingent von insgesamt 150 Fragen zusammengewürfelt. Den gesamten Fragenkatalog mit den richtigen Antworten stellt die Stadt Wien hier zum Download zur Verfügung: Klick.

Sämtliche Inhalte, die im theoretischen Test abgefragt werden, sind genauer im Handbuch zum Wiener Hundeführschein erläutert. Auch dieses kann einfach heruntergeladen werden: Klick.

Inhalte der praktischen Prüfung

Im praktischen Teil des freiwilligen Wiener Hundeführscheins geht es darum, das theoretische Wissen auch im Alltag anwenden zu können. Die Aufgaben überprüfen den richtigen Umgang mit Hunden an einem ablenkungsarmen Ort. Du musst zeigen, wie du den Hund anleinst, wie du den Maulkorb anlegst und wie dieser vom Hund geduldet wird sowie wie die Zahn-, Ohr- und Pfotenkontrolle durchgeführt wird.

Im zweiten Teil der praktischen Prüfung geht es um den Gehorsam des Hundes, auch diese Aufgaben sind an ablenkungsarmen Orten durchzuführen.  Jedenfalls zu überprüfen sind die Leinenführigkeit und das Absitzen oder Abliegen auf Kommando mit oder ohne Leine. Hier geht es vor allem darum, dass du deinen Hund richtig einschätzen kannst. Behauptest du, dein Hund kann zehn Minuten mit 10 m Abstand zu dir im Platz verweilen, dann sollte er das auch schaffen. Besser ist es, sich auf realistische Leistungen zu beschränken – du musst dem Prüfer oder der Prüferin nichts beweisen!

Der dritte Teil der praktischen Prüfung begutachet die Bewältigung von Alltagssituationen in der Großstadt unter besonderer Berücksichtigung des Verhaltens der HundehalterIn entsprechend dem Ausbildungsstand und dem Verhalten des Hundes in der Öffentlichkeit, der gesetzlichen Vorschriften sowie tierschutzrelevanter Aspekte. Die Aufgaben sind an öffentlichen Orten durchzuführen und sollen einen Spaziergang in der Großstadt simulieren. Drei der folgenden Situationen sollten positiv absolviert werden:

  • Begegnung mit anderen Hunden,
  • Begegnung mit bewegenden Objekten wie Joggern, Radfahrern bzw. Inlineskatern
  • Begegnung mit Kinderwagen oder Kindern
  • Begegnung mit Menschen mit Gehhilfen,
  • Warten vor einem Geschäft,
  • Fahren mit öffentlichen Verkehrsmitteln,
  • Bewegung durch eine große Menschenmenge,
  • Fahren mit einem Aufzug, in dem sich auch andere Menschen befinden,
  • Begegnung mit Menschen ohne Ausweichmöglichkeit (z.B. Baustelle),
  • Durchqueren eines Parks mit Kinder- und Ballspielplatz,
  • Verhalten gegenüber aufdringlichen Personen,
  • Verhalten in einer Hundezone.

Bei der Prüfung kommt es aber nicht darauf an, dass der Hund alle Situationen „aushalten“ muss. Es kommt vielmehr darauf an, dass du über deinen Hund genau Bescheid weißt, und die Situation gesetzeskonform und so meisterst, dass für deinen Hund geringstmöglicher Stress entsteht und er von der Umgebung nicht als Belästigung oder gar als Bedrohung wahrgenommen wird.

Üben vor der Prüfung

Je besser du die verschiedenen Situationen mit deinem Hund geübt hast, desto weniger Anlass besteht zur Aufregung. Wer den verpflichtenden Wiener Hundeführschein absolvieren muss und deshalb nervös ist, könnte in Erwägung ziehen, die Prüfungssituation vorab einmal mit einem Privattrainer durchzuspielen, um sich über mögliche Schwachstellen aufklären zu lassen und entsprechende Trainingstipps zu erhalten.

Die Prüfung

Zur Prüfung solltest du den Impfpass deines Hundes und einen Nachweis über eine gültige Haftpflichtversicherung für deinen Hund mitbringen. Darüber hinaus brauchst du einen gutsitzenden Maulkorb, eine Leine (keine Flexi-Leinen), ein breites Halsband oder ein Brustgeschirr, Wasser, Kotbeutel und ausreichend Leckerchen. Bedenke, dass du deinen Hund jederzeit belohnen darfst.

Meinen KundInnen rate ich immer: Mach alles, wie du es sonst auch tust. Egal, was der Prüfer oder die Prüferin sagt, dein Hund und die öffentliche Sicherheit geht vor. Mach alles, wie du es sonst auch tust mit dem einzigen Unterschied, dass du dazu erklärst, warum du so agierst. Geh vorausschauend.
Hier gibt es eine Liste der PrüferInnen für den freiwilligen Wiener Hundeführschein: Klick.

Die Prüfungsgebühr beträgt maximal 25 Euro, nach erfolgreicher Absolvierung erhältst du den Hundeführschein, mit dem du dir an einer der zustädigen Magistratsstellen eine gratis Leckerlibox abholen kannst.

Update Februar 2016:

Inzwischen bin ich selbst stolze Prüferin des Freiwilligen sowie des Verpflichtenden und Behördlich beauftragten Wiener Hundeführscheins. Wer in den letzten 12 Monaten nicht mit mir trainiert hat, darf sich gerne bei mir zur Prüfung melden.