Messerli Stiftung und Vier Pfoten gegen Millan

 

In den Vorarlberger Nachrichten erschien heute ein Interview, in dem Cesar Millans Trainingstechniken von Vertretern der Messerli Stiftung und der Vier Pfoten kritisiert werden. Es wurde sogar Anzeige gegen den umstrittenen amerikanischen Hundetrainings-Guru erstattet.

Fachtierarzt Erik Schmid, Mitglied der Prüfungskommission für tierschutzqualifizierte Hundetrainer am Messerli-Institut und Verhaltensbiologin Ursula Aigner von den Vier Pfoten bezeichnen die vom populären TV-Hundetrainer Cesar Millan im Rahmen seiner Serie angewandten Methoden im Umgang mit Hunden als “Tierquälerei”.

Da ich mich im Rahmen meiner Abschlussarbeit für den Lehrgang Angewandte Kynologie mit der “Erfassung und Prävention der von televisiertem Hundetraining ausgehenden Gefahren” auseinander setze, fand ich besonders interessant, dass Schmid Anzeige gegen Millan erstattete. Während dies zwar kaum zu einer Verurteilung führen kann, können solche Anzeigen wohl dabei helfen, die Aufmerksamkeit der Exekutive und in Folge des Veterinäramtes auf die von “Dog Whisperer with Cesar Millan” oder ähnlichen TV-Serien ausgehenden Gefahren zu lenken. Denn wie Schmid im Interview mit den Vorarlberger Nachrichten ganz richtig feststellte, “muss die Öffentlichkeit über die Gefahren bei Anwendung solcher Methoden aufgeklärt werden.”

Dies liegt zum einen in der Hand von jedem, der professionell mit Hunden zu tun hat, zum anderen aber durchaus auch in der Hand der Medien und der Öffentlichkeit. Dazu bedarf es jedoch durchaus auch politischer Unterstützung. Mit der Einführung des Gütesiegels “tierschutzqualifierten Hundetrainer” hat das Bundesministerium für Gesundheit hier sicher schon einen ersten Schritt getan, weiterer Aufklärungsbedarf ist jedoch eindeutig gegeben.

Zu oft finde ich mich für meinen Geschmack in der Situation, erklären zu müssen, warum ich so ziemlich alles anders mache, als man es bei dem “Hundeflüsterer im Fernsehen” gesehen hat. Dennoch ist eben genau dieser – oftmals zermürbende – Dialog das einzige Mittel, das wir momentan haben, um tierschutzrelevante Erziehungsmethoden trotz massiver medialer Präsenz des Hundeplatzes zu verweisen. Genau deshalb müssen wir diese Geduld wieder und wieder aufbringen – im Umgang mit Menschen wie auch im Training mit Hunden.

Hier geht’s zum Interview in den Vorarlberger Nachrichten: Klick.