Frischgebackene „Akademisch geprüfte Kynologin“

Seit diesem Wochenende gibt es in Österreich 22 neue akademisch geprüfte KynologInnen. Besonders freut mich, dass ich eine davon bin! Höchst erfolgreich durfte ich Freitagnachmittag meine Abschlussarbeit vor dem Prüfungsgremium und zahlreichen ZuhörerInnen auf der VetMed präsentieren.

Kynologie ist die Lehre vom Haushund. Im VetMed-Lehrgang für Angewandte Kynologie, Europas erste universitäre Ausbildung in Hundewissenschaften, werden akademisch geprüfte Fachkräfte ausgebildet, die im Sinne eines verantwortungsvollen und tierschutzgerechten Umgangs mit Hunden im Umfeld der Hundewirtschaft und des Hundesports tätig sind. Zwei Jahre lang verbrachte ich knapp 30 Wochenenden mit meinen KollegInnen auf der VetMed in Wien und vertiefte meine Kenntnisse.

Abschluss mit Bravour

Freitags war ich als erste dran, meine Abschlussarbeit zu präsentieren. Ich hatte drei Minuten Zeit, um einen Einblick in mein Thema, die Methoden sowie Ergebnisse zu verschaffen und musste anschließend noch einige Fragen beantworten. Thema meiner Arbeit war die “Erfassung und Prävention der von televisiertem Hundetraining ausgehenden Gefahren”. Sowohl die Arbeit selbst als auch meine Präsentation wurden zu meinem großen Stolz mit “Sehr gut” benotet.

Einblick in die Gefahren televisierten Hundetrainings

Hundetraining im Fernsehen erfreut sich großer Beliebtheit. Leider arbeiten aber nicht alle populären TV-TrainerInnen so, dass die Hunde ausschließlich positive Assoziationen formen. Bevor ich Hundetrainerin wurde, war ich viele Jahre im Medienbereich tätig, denn Aufklärungsarbeit ist mir immer schon ein persönliches Anliegen gewesen. Diesen Weg wollte ich mit meiner Abschlussarbeit weiterverfolgen. HundetrainerInnen im Fernsehen treten als ExpertInnen auf – für HundehalterInnen zu Hause ist es dementsprechend schwer, die gesehenen Methoden und deren mögliche Effekte richtig einzuschätzen.

In meiner Arbeit erläutere ich zunächst, wie Hunde lernen und welche Folgen strafbasierte Trainingsmethoden haben können. Die Arten und Auswirkungen von Stress und Disstress sowie deren Anzeichen und anderes Ausdrucksverhalten, das Unwohlsein im Training ausdrückt, werden genau beschrieben. Nach einer Erklärung der Dominanztheorie bei Hunden widme ich mich der Rechtslage in Österreich, um anschließend den Einflussbereich televisierten Hundetrainings zu beschreiben. Die Literatur reicht von Psychologie über Kognitionsforschung bis hin zu Verhaltensbiologie, Kommunikationswissenschaften und Recht. Mit einem Verhaltenskodierungs-Programm analysiere ich dann die Interaktionen zwischen Trainer und Hunden in einer typischen Folge der international am weitesten ausgestrahlten Hundetrainings-Serie. Abschließend liste ich auf, welche Präventionsmaßnahmen gesetzt werden können, um HundehalterInnen und deren Hunde vor suboptimalen Trainingsmethoden zu bewahren.

Wer nun auf den Geschmack gekommen ist, darf hier gerne meine Abschlussarbeit zur “Erfassung und Prävention der von televisiertem Hundetraining ausgehenden Gefahren” downloaden!

Herzlich bedanken möchte ich mich bei Karl Weissenbacher für die tolle Betreuung unseres Lehrganges und natürlich  bei meinen KollegInnen. Der regelmäßige Austausch mit euch wird mir bestimmt fehlen – danke für die schöne Zeit und die Freundschaften, die ich schließen durfte. Ich wünsche euch allen viel Erfolg und nur das Beste auf euren weiteren Wegen!

frisch-gebackene-kynologin-2

Nachtrag 18. Oktober 2013:

Jetzt auch hochoffiziell: Heute erhielten wir unsere Zertifikate von Mag. Karl Weissenbacher. Rechts ein Schnappschuss – der Stolz steht mir ins Gesicht geschrieben!