Den Hund beim Namen nennen. Teil 1

Als Familienmitglied bekommt unser Hund natürlich einen Namen. Damit weisen wir ihm seine Individualität – und oft auch seine Persönlichkeit – zu. Für den Hund hat der Name zunächst keine Bedeutung, sie muss erst erlernt werden. Wie du deinem Hund seinen Namen richtig beibringen kannst, verrate ich dir in den folgenden Zeilen.

Nomen est omen

Schon die Auswahl eines geeigneten Hundenamens bereitet so manchem Menschen einiges an Kopfzerbrechen. Gut rufen soll er sich lassen und gefallen soll er einem auch, dieser Name. Wichtig ist, dabei auch zu bedenken, welche möglichen Assoziationen Fremde möglicherweise mit bestimmten Namen haben. Ein lieber Bekannter fand es beispielsweise enorm witzig, seinen Bobtail “Killer” zu nennen, bis er ihn das erste Mal auf einer gut besuchten Wiese abrufen musste und die Reaktionen in seinem Umkreis beobachtete. Der nebenan picknickende Familienvater riss sein Kind an sich während die Mutter sich panisch umsah. Da Hunde sehr sensible Tiere sind, kann sich so eine ängstliche verhaltene Stimmung auf sie übertragen und sie verknüpfen mit ihrem Namen möglicherweise auch negative Reaktionen ihres Umfeldes.

Dem Hund seinen Namen beibringen

Wenn wir den Namen unseres Hundes rufen, erwarten wir eine bestimmte Reaktion – dem Sinn eines Namens entsprechend sollte dies erst ‘mal Aufmerksamkeit sein. Der Name ist weder ein Abruf- noch ein Abbruchsignal, sondern dient lediglich der Kontaktaufnahme, um möglicherweise ein weiterführendes Signal wie beispielsweise “Komm” oder Richtungswechsel zu geben!

Demnach wollen wir, dass uns der Hund ansieht, wenn wir seinen Namen sagen oder rufen. Weitere Aktionen wie herankommen, sitzen oder etwas auslassen sollten unbedingt mit eigenen Wörtern belegt und separat trainiert werden. Der Hundename dient nicht dem Abruf, sondern nur der Kontaktaufnahme! Besonders ein Welpe oder neu eingezogener Hund muss die Bedeutung seines Namens erst erlernen. Mit folgenden Tipps kannst du ihm dies besonders leicht machen:

Erste Schritte – eine kleine Anleitung

Du sagst den Hundenamen und gibst dem Hund ein Leckerchen. Dabei muss er weder sitzen noch liegen, es reicht vollkommen, wenn er vor dir steht. Diesen Schritt wiederholst du zehn Mal rasch aufeinanderfolgend. So verknüpft er “dieses Wort kündigt etwas Gutes an”.

Als nächstes sprichst du seinen Namen und wartest ab, ob dir der Hund von allein ins Gesicht sieht. Schaut er dich an, gibt’s ein Leckerchen. Schaut er noch nicht direkt, bedienen wir uns kurz des Lockens: Du hältst ihm das Leckerchen vor die Nase und lotst seinen Kopf so in deine Richtung. Nun führst du das Leckerchen zwischen Zeigefinger und Daumen gehalten langsam zwischen deine Augen. Wenn dein Hund damit Schwierigkeiten hat und zum Springen tendiert, solltest du vor diesem Schritt unbedingt an seiner Impulskontrolle arbeiten. Mit größter Wahrscheinlichkeit folgt der Blick des Hundes aber dem Keks wenn du dich ausreichend langsam bewegst. Du bestätigst ihn damit, sobald sich eure Blicke kurz kreuzen.

Diesen Schritt wiederholst du ebenfalls zehn Mal – nimmt dein Hund eigenständig Blickkontakt auf, dann ohne Zuhilfenahme deiner Hand, ansonsten mit. Diese Hilfe solltest du jedoch möglichst rasch abbauen: Nach zehnmal helfen deutest du die Handbewegung nach oben nur noch an. Meist geht der Blick deines Hundes aufgrund der vorangegangenen Wiederholungen dann ohnehin hinauf, bis er deinen kurz trifft und das belohnst du dann mit Leckerchen.

den-hund-beim-namen-nennen-teil1Nun sollte dein Hund verknüpft haben, dass sein Name nicht nur Gutes verheißt, sondern auch irgendwas mit Anschauen zu tun hat. So hilfst du deinem Hund auch gleich, seine natürliche Reservierung gegenüber direktem Blickkontakt abzulegen. Das In-die-Augen-Schauen ist vielen Hunden anfangs sehr unangenehm, da es in der Hundesprache oft als Drohelement auftaucht.

Auf dem Bild links siehst du, wie Digga mich erwartungsvoll ansieht und auf weiteren Input wartet.

Wie du deinem Hund hilfst, seinen Namen zu generalisieren (= in jeder Situation darauf wie gewünscht zu reagieren) und wie das mit dem Namen und beispielsweise Schimpfen ist, verrate ich dir nächste Woche.