Dos & Donts der Hundeerziehung für Journalistinnen

Hundeerziehung ist in aller Munde, vor allem der für September geplante Wien-Besuch eines umstrittenen amerikanischen Hundetrainers sorgt im deutschsprachigen Raum aktuell für viel Diskussionsstoff. Verstärkt widmen sich auch heimische Medien den verschiedenen Aspekten des Hundetrainings – wobei des öfteren TrainerInnen als ExpertInnen herangezogen werden, die potentiell gefährliche Fehlinformationen kommunizieren. Am 13. Mai lud die VetMed Uni Wien deshalb VertreterInnen der österreichischen Presse zum JournalistInnen-Workshop „Hundeerziehung – ja, aber richtig“.

Rektorin Sonja Hammerschmid empfing die Presse mit freundlichen Worten und verwies auf die (Forschungs-)Kompetenz der VetMed in Hundesachen. Dem Messerli Forschungsinstitut gehören neben dem Universitätslehrgang für Angewandte Kynologie, Europas erster universitärer Ausbildung in Hundewissenschaften, auch das Clever Dog Lab und das Wolf Science Center Ernstbrunn an, die regelmäßig wichtige neue Erkenntnisse über Kognition, Verhalten und die Mensch-Tier-Beziehung liefern. Darüber hinaus nimmt das Messerli Institut als Koordinierungsstelle für Tierschutzqualifizierte HundetrainerInnen europaweit eine wichtige Vorreiterrolle ein.

Leiter der Koordinierungsstelle Mag. Karl Weissenbacher wies darauf hin, dass es in Österreich aktuell an die 5.000 HundetrainerInnen gibt – lediglich 60 davon (darunter auch meine Person) konnten seit seiner Einführung 2013 das Gütesiegel „Tierschutzqualifizierte/r Hundetrainer/in“ des Bundesministeriums für Gesundheit erwerben. Um das Gütesiegel führen zu dürfen, müssen zunächst einige Voraussetzungen erfüllt, sowie eine ausführliche theoretische und praktische Prüfung vor einer Kommission bestanden werden.

Anschließend lieferte die steirische Tierschutzombudsfrau und Prüferin für Tierschutzqualifizierte HundetrainerInnen Dr. Barbara Fiala-Köck über die rechtlichen Grundlagen der Hundeerziehung. Unter anderem wies sie auf das Kupierungsverbot hin. Erst unlängst wurde auf einem heimischen Privatfernsehsender ein Beitrag ausgestrahlt, in dem ein junger Hund mit kupiertem Schwanz zu sehen war.

AM BILD: MAG. WEISSENBACHER UND MAG. SCHÖBERL: „HUNDEERZIEHUNG – JA, ABER RICHTIG!“ (C) S. BENETT

Den abschließenden Vortrag des Tages hielt VÖHT-Präsidentin Mag. Iris Schöberl, die als Mitglied der Forschungsgruppe Mensch-Tier-Beziehung selbst aktiv in der Forschung tätig ist. Schöberls Thema lautete „Wie erkenne ich eine/n gut ausgebildete/n Hundetrainer/in“, das sie mit vielen praktischen Beispielen veranschaulichte. 

Aufklärungsarbeit auf verschiedensten Ebenen ist für mich der Schlüssel dazu, für die Beziehungen verschiedenster Mensch-Hund-Teams eine nachhaltige Besserung herbeizuführen. Ich begrüße diese Veranstaltung der Koordinierungsstelle für Tierschutzqualifizierte HundetrainerInnen sehr und freue mich darauf, künftig hoffentlich verantwortungsvollere Berichterstattung in den heimischen Medien zu sehen.

Nachtrag um 16.00 Uhr:

 

Dos-and-donts-für-journalistinnen-2Ein weiterer Beitrag zur Aufklärungsarbeit: Am 5. Juni 2014 finden auf der VetMed zwei kostenlose Vorträge statt, die für HundefreundInnen von besonderem Interesse sind:

  • “Tierschutzrelevante Aspekte bei der Ausbildung von Hunden im Fernsehen – Nachahmung nicht zu empfehlen!: Dr. Angela Bartels, Tierärztliche Fakultät, Ludwig-Maximilians-Universität München
  • “Dominieren oder Kommunizieren? – Warum Hunde ihre HalterInnen beissen” Prof. Dr. Urs Lüscher, Barry Foundation Schweiz

Nähere Infos erhaltet Ihr hier: Klick.