kein hund auf der rolltreppe

Hund auf der Rolltreppe: Eine dumme Idee

Gerade in einer hundefreundlichen Stadt wie Wien sieht man oft mal einen Hund auf der Rolltreppe. Warum ihr mit eurem Vierbeiner in jedem Fall lieber auf Aufzug oder Stiegen ausweichen solltet, könnt ihr hier nachlesen.

Mit dem Hund auf der Rolltreppe

“… das ist gar nicht so schlimm!”

“Wir haben’s doch eilig!”

“Da ist noch nie was passiert, der kann das.”

Ganz normaler Stadtalltag – leider. Täglich sehe ich mindestens einmal einen Hund auf der Rolltreppe, seinem Menschen treu folgend. Manchmal ein wenig verunsichert – vielleicht wegen der Geräusche, vielleicht wegen des stählernen kalten Untergrundes, vielleicht wegen des Schmierölgeruchs, vielleicht weil sich diese großen bezahnten Ungeheuer unheimlich bewegen. Meistens aber scheinen weder Hund noch HalterIn sich des Sicherheitsrisikos bewusst zu sein, das sie gerade eingehen. Ich kann nie anders, als das Gesicht zu verziehen und mich unmittelbar daran zu erinnern, wie ich vor Jahren einmal einem Rolltreppen-Unfall mit Hund beiwohnte.

Große Verletzungsgefahr

Schwedenplatz, Stoßzeit. Ein kleiner brauner Mischlingshund fährt mit Herrchen auf der Rolltreppe. Vertieft in eine SMS-Konversation hätte ich ihn wahrscheinlich gar nicht wahrgenommen, wäre da nicht plötzlich dieser Schrei gewesen. Gottseidank stoppte irgendein geistesgegenwärtiger Mensch die fahrende Treppe. Obwohl das Tier so stark blutete, dass wir wesentlich Schlimmeres vermuteten, verlor der Hund in diesem Fall “nur” eine Kralle. Einer aktuellen Pressemitteilung der Tierschutzorganisation Tasso e.V. zu Folge mussten bei Rolltreppenunfällen auch schon Zehen vor Ort amputiert werden.

Gerade am Anfang und Ende der Rolltreppe besteht für den Hund eine große Gefahr, sich mit Kralle(n) oder Pfotenhaaren in den Zacken oder Spalten der Aufsätze zu verfangen. Hunde, die gar brav auf der Rolltreppe sitzen, können sich auch den Schwanz oder die Haaren auf den Beinen oder Rücken in der Fahrtreppe einklemmen.

Die aus Rolltreppenunfällen resultierenden Verletzungen von Hunden sind nicht nur vermeidbar, sondern bergen meist hohe Infektionsrisiken. Wie ich unlängst berichtete, habe ich anfangs im Zusammenleben mit meinem Digga einige Fehler gemacht. Dazu gehörte auch, dass ich ihm mit besten Intentionen beibrachte, Rolltreppe zu fahren. Ab dem Tag, an dem ich den kleinen braunen Hund auf der Rolltreppe schreien und bluten sah, machte ich das trotz allem davor investierten Training nicht mehr. Wem diese Warnung noch nicht eindringlich genug ist, sei eine google-Bildersuche nach “Hund Rolltreppe Verletzung” ans Herz gelegt.

Vermeidbares Risiko

Weicht bitte in jedem Fall auf Stiegen oder Aufzug aus, anstatt mit eurem Hund auf der Rolltreppe zu fahren! Kleine Hunde könnt ihr hochnehmen oder in einer Hundetasche transportieren, damit sie mit ihren Krallen nicht in den Spalt-Zwischenräumen oder Zähnen der Rolltreppe hängen bleiben können.
Falls euer Hund noch sehr jung, ein Senior wie Digga ist oder aufgrund von Problemen mit dem Bewegungsapparat nicht Stiegen steigen sollte, weicht auf einen Lift aus – dank der Barrierefreiheit muss es an allen öffentlichen Orten auch einen Aufzug geben. Manchmal ist dieser am anderen Ende einer U-Bahnstation zu finden, aber es gibt immer eine Ausweichmöglichkeit!

Beim Aufzug Fahren solltet ihr darauf achten, dass euer Hund andere Passagiere nicht belästigt. Am Besten ist je nach verfügbarem Platz ein ruhiges Steh oder Sitz (übrigens auch ein möglicher praktischer Teil der Prüfung zum Wiener Hundeführschein), das idealerweise erst mal ablenkungsarm geübt wird. Achtet hier unbedingt auf eine etwaige bestehende Maulkorbvorschrift.

Wenn ihr öffentliche Verkehrsmittel nützt, solltet ihr euren Weg, Umstiege und somit eure Wegzeit so planen, dass ihr nicht mit eurem Hund auf der Rolltreppe fahren müsst (so zum Beispiel muss man mit Hund am Karlsplatz Stiegen/Lift-Passage-Lift wählen, wenn man von der U4 zur U1 wechseln möchte, was zügigen Schrittes mindestens drei Minuten länger dauert, als wenn man die Rolltreppenverbindung nutzt).

Großartig wäre es natürlich, wenn man eine entsprechende Beschilderung an relevanten Rolltreppen anbringen würde. Letztendlich führt allerdings kein Weg daran vorbei, HundehalterInnen zu informieren und ihnen die Gefahr bewusst zu machen, der sie ihren Hund aussetzen, wenn sie mit ihm Rolltreppe fahren.

Stiegen oder Aufzug statt Hund auf der Rolltreppe

Keine Pfoten auf der Rolltreppe!

In diesem Sinne: Seid verantwortungsvoll und habt es fein mit eurem Hund!