Öffi-Fahren mit dem Hund

Ein Guide zum Öffi-Fahren mit dem Hund

Wenn du ein paar simple Tipps berücksichtigst, ist Öffi-Fahren mit dem Hund eine kinderleichte Angelegenheit. Worauf du im Training achten solltest, verraten wir dir hier.

Bevor es zu den Öffis geht

Checkliste fürs Öffi-Fahren mit dem Hund

Checkliste fürs Öffi-Fahren mit dem Hund – Klick für bessere Qualität zum Abspeichern.

Willst du Öffi-Fahren mit dem Hund, gibt es ein paar hilfreiche Tools, wie eine gute Maulkorbtoleranz, ein Handtarget und ein „Sitz“, das bestenfalls auch schon ein paar Minuten unter Ablenkung gehalten werden kann.

Bevor du in deiner Stadt mit deinem Hund mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fährst, machst du dich am Besten mit den Hausregeln vertraut. Eine für das Öffi-Fahren mit dem Hund bietet dir unsere praktische Checkliste, die du gerne als Bilddatei speichern kannst.

Maulkorbpflicht in vielen Städten

In den Wiener Öffis muss dein Hund zum Beispiel angeleint und mit einem Maulkorb gesichert sein (außer es handelt sich um ein kleines Hündchen, das du in einer verschlossenen Tasche transportierst, einen Therapiehund im Dienst oder einen Assistenzhund). Deshalb ist es empfehlenswert, deinen Hund mit dem Maulkorb in entspanntem Umfeld vertraut zu machen, bevor es das erste Mal damit in den Bus, die Straßenbahn oder die U-Bahn geht.

Übrigens: Haltis oder Maulschlaufen aus Nylon sind keine zulässigen Maulkörbe.
Ein geeigneter Maulkorb sollte so beschaffen sein, dass dein Hund

  • Nicht beißen kann.
  • Das Maul so weit öffnen kann, dass Hecheln und Wasseraufnahme gut möglich sind.

Darüber hinaus sollte er weder auf Wangen, Augen, Kehle oder den Nasenschwamm drücken. Fürs Training ist es zudem hilfreich, wenn die Streben des Maulkorbs breit genug sind, dass du deinen Hund belohnen kannst.

Eine tolle Anleitung für Maulkorbtraining findest du hier: Klick.

Nachlesen: Warum der Maulkorb kein Dilemma ist.

Üben in der Station

Um das Öffi-Fahren mit dem Hund zu üben, solltest du wie immer im Training kleinschrittig vorgehen. Am Besten ist, du beginnst außerhalb der Stoßzeiten mit kurzen Besuchen wenig frequentierter Stationen.

Falls dein Hund ängstlich oder unsicher ist, gib ihm die Gelegenheit, die Station und das Geschehen erst aus einigem Abstand zu beobachten. Lobe und belohne ihn für ruhiges und kooperatives Verhalten. Wenn er sich wohl fühlt, kannst du etwas näher an die Station rangehen.
Gerade bei ängstlichen und unsicheren Hunden oder Hunden, die aus anderen Gründen leicht von Reizvielfalt überfordert sind, kann es nötig sein, ein paar dieser Distanz-Besuche einzulegen, bevor ihr euch wirklich in die Station begebt.

In der Station suchst du dir am Besten einen ungestörten Ort etwas Abseits des Geschehens. Wenn es sich um eine Bus- oder Straßenbahnhaltestelle handelt, hast du den Vorteil, dass du dir Zeit lassen kannst, um den Maulkorb anzulegen. In diesem Fall lobst und belohnst du deinen Hund zuerst für kooperatives Verhalten und ruhiges Anschauen der vorbeigehenden Personen. Wenn eine Straßenbahn oder ein Bus kommt, achte besonders gut auf deinen Hund und sag ihm am Besten schon, was er tun soll, bevor er etwas Falsches macht. Belohne weiterhin kooperatives Verhalten und ruhiges Anschauen der Menschen, die vorbei gehen.

Wenn dein Hund gut drauf ist, leg ihm als Bonusaufgabe einmal kurz den Maulkorb an, geh ein paar Schritte, frag ein „Sitz“ ab und belohne es. Dann kannst du die Station verlassen und in einiger Entfernung davon den Maulkorb abnehmen. So lernt dein Hund auch gleich, dass der Maulkorb nicht nur an die Öffis gekoppelt ist.

Fortgeschrittenes Öffi-Training

Beim nächsten Besuch dieser Station macht ihr alles genau so, deinem Hund den Maulkorb schon anlegst, bevor der Bus oder die Straßenbahn in die Station einfährt. Vergiss nicht, kooperatives Verhalten und ruhiges Anschauen der PassantInnen weiterhin zu loben und belohnen.

Darüber hinaus kannst du nun versuchen, deinen Hund auch unter Ablenkung mittels Handtarget zu dirigieren. Dafür eignen sich zB die Unterstellungsmöglichkeiten in Bus- und Straßenbahnstationen ganz gut. Wichtig ist, dass dein Hund deiner Hand nur folgen, aber sie nicht fest stupsen muss, wenn er den Maulkorb trägt. Dirigiere deinen Hund mit deiner Hand zwischen dich und die Wand des Wartehäuschens und belohne ihn. Lass ihn absitzen und belohne auch das.

Beim übernächsten Mal kannst du den Maulkorb dann schon anlegen, bevor ihr euch der Station nähert und so die Dauer des Maulkorbtragens langsam weiter ausdehnen.

Öffi-Fahren mit dem Hund

Sichere Orte für den Hund beim Öffi-Fahren

Eine Auflistung sicherer Orte für den Hund in den Wiener Öffis – Klick für bessere Qualität zum Abspeichern.

Wenn dein Hund die wichtigsten Grundlagen des Öffi-Fahrens gut verinnerlicht hat, kannst du dich das erste Mal ans Fahren wagen. Auch hier wählst du am Besten eine ruhigere Zeit und eine wenig frequentierte Linie. Üb alles wie bisher, nur dass ihr diesmal einsteigt und bis zur nächsten Station fahrt.

Lotse deinen Hund im Wagen mit dem Handtarget an eine für ihn sichere Stelle (siehe dazu auch unsere Liste „Sichere Orte für Hunde in den Öffis“), lass ihn absitzen und belohne ihn. Es kann sein, dass er während der Fahrt aufsteht, um besser Balance zu halten. Wenn möglich lass dies zu. An diesem Punkt ist nur wichtig, dass dein Hund keine doofen Erfahrungen bei seiner ersten Öffi-Fahrt macht.

Belohne Blickkontakt zu dir und ruhiges Sitzen oder Stehen.
Falls dein Hund Interesse an Körperteilen oder Taschen der anderen Passagiere zeigt, sprich ihn ruhig an und sag ihm, was du stattdessen gerne von ihm hättest. Dafür eignen sich zum Beispiel das Handtarget um den Kopf umzulenken oder die Abfrage von Blickkontakt.

Wannauchimmer du deinen Hund beim Öffi-Fahren ablegst, achte bitte darauf, dass seine Pfoten keine Stolpersteine für andere Passagiere darstellen. Dies dient der Sicherheit deines Hundes wie jener der anderen Fahrgäste – und darüber hinaus hilft es womöglich auch, dass Hunde und ihre HalterInnen positiver wahrgenommen werden.

Sicheres Ablegen beim Öffi-Fahren mit dem Hund

Sicheres Ablegen beim Öffi-Fahren mit dem Hund

Bei der Station angekommen, steigst du aus und entfernst dich zügig vom Wagen. Möglicherweise wird sich dein Hund nun kurz abschütteln – achte darauf, die Leine dabei locker zu lassen und lobe ihn danach. In einiger Entfernung zur Station kannst du dann auch den Maulkorb wieder abnehmen. Anschließend spaziert ihr gemütlich zurück nach Hause.

Beim nächsten Mal machst du alles genau so. Nachdem du den Maulkorb abgenommen hast, spazier ein paar Minuten mit deinem Hund und lass ihn schnuppern, so viel er mag.

Öffi-Fahren mit dem Hund

In Straßenbahnen, Bussen und manchen U-Bahnen gibt es Drehscheiben, vor denen man den Hund schützen sollte – zB durch strategische Fußplatzierung.

Nach einer kurzen Pause kannst du dann wieder zur Station gehen und die eine Station zurück nach Hause fahren.

Ich empfehle, die unterschiedlichen Verkehrsmittel jeweils nach diesem Schema zu trainieren und die Fahrtdauer dabei mit fortschreitendem Training auszudehnen. Die Voraussetzung für Voranschreiten im Training ist dabei, dass dein Hund mit den jeweiligen Anforderungen gut klar kommt.
Erst wenn 3-4 Stationen hin und zurück (mit Pause dazwischen!) gut klappen, sollte man sich zu frequentierteren Zeiten oder Verkehrsmitteln vorwagen. In diesem Fall reduziert man dann allerdings kurzfristig wieder die Dauer – also zum Beispiel zur Stoßzeit wieder nur eine Station weit fahren und danach zu Fuß zurück gehen. Musst du zu Stoßzeiten Öffi-Fahren mit dem Hund, achte darauf, ihn mit deinem Körper zu schützen, damit ihm niemand versehentlich Taschen oder Knie ins Gesicht stoßen oder auf die Pfoten treten kann.

Abschließende Tipps

Benutze mit deinem Hund bitte niemals Rolltreppen.

Nachlesen: Warum du mit deinem Hund keine Rolltreppen benutzen solltest

Bedenke, dass dein Hund sich bei unruhigen Fahrten evtl. schwer tut, Balance zu halten und womöglich aufstehen muss dafür.

Öffi-Fahren mit dem Hund - mit Fuß als Rutsch-Schutz und Rückenstütze

Strategische Fußplatzierung: Schutz für den Schwanz und Rutsch-Prävention in einem.

Die Böden in öffentlichen Verkehrsmitteln sind oft sehr glatt, wodurch Hunde beim Sitzen oft rutschen, wenn ihnen kein Rückhalt geboten wird. Einen Rutsch-Schutz kann man aber auch mit dem eigenen Fuß schaffen, indem man ihn hinter dem Hundepo platziert. Dies eignet sich übrigens auch ganz hervorragend, um den Schwanz des Hundes vor den Füßen anderer Passagiere zu schützen.

Viel Spaß beim stressfreien Öffi-Fahren mit dem Hund wünscht dir

Sunny

PS: Ich würd mich riiiiiesig freuen, wenn du mir in den Kommentaren von deinen Erfahrungen vom Öffi-Fahren mit dem Hund berichtet.